Operation der äußeren Nase (Rhinoplastik)

Als Spezialisten für Hals, Nase und Ohren beschäftigen sich HNO-Ärzte nicht nur mit Krankheiten dieser Körperregionen. Auch bei einer höckerigen Nase und abstehenden Ohren sind Sie beim HNO-Arzt in den richtigen Händen. Achten sollten Sie als Patient jedoch unbedingt darauf, dass der HNO-Facharzt zusätzlich über die Bezeichnung >Plastische Operationen< verfügt. Die Bezeichnung wir von der Ärztekammer ausschließlich an HNO-Fachärzte vergeben, die über die eigentliche Facharztausbildung hinaus mindestens zwei Jahre speziell in plastischen Gesichtoperationen ausgebildet wurden. Darüber hinaus sollte der Arzt Bilder von zahlreichen selbst durchgeführten Referenzoperationen vorweisen können.
Gerade Nasenkorrekturen können technisch sehr anspruchsvoll sein und fordern vom Operateur viel Erfahrung.

Die Nase als Mittelpunkt des Gesichtes prägt unser Erscheinungsbild stark mit und ist häufig Anlass zur Unzufriedenheit. Die Korrektur der Nasenform (Rhinoplastik) ist daher die am häufigsten gewünschte plastische Operation.
Form und Funktion bilden bei der Nase eine enge Einheit. Daher muss oft nicht nur das äußere Erscheinungsbild der Nase, sondern auch das „Innenleben“ der Nase wie eine verkrümmte Nasenscheidewand mitbehandelt werden, damit die Nase hinterher auch ihre eigentliche Funktion bei Atmung und Geruchswahrnehmung wahrnehmen kann.
In vielen Fällen ist ein ambulanter Eingriff möglich.

Was geschieht bei diesem Eingriff?

Eine Nase lässt sich nie nach Schema F korrigieren oder wie in einem Katalog als „Wunschnase“ bestellen. Es handelt sich jedes Mal um einen sehr individuellen Eingriff, wobei der Arzt die Möglichkeiten und Grenzen vorher genau mit Ihnen besprechen wird.
Falls dies möglich ist, wird der Zugang vom Inneren der Nase aus gewählt, so dass später keine Narben zu sehen sind. Die Haut wird von Knochen und Knorpel gelöst, um diese dann in die gewünschte Form zu bringen. Dies kann z.B. durch Abtragen eines Höckers oder durch Umformung der Nasenspitze geschehen. Bei einer Sattelnase können kleine Einsenkungen am Nasenrücken durch Einsetzen von Knorpelstücken ausgeglichen werden. Manchmal ist jedoch ein komplizierter Aufbau eines ganz neuen Stützgerüstes für die innere und äußere Nase erforderlich. Zur Begradigung einer schiefen Nase müssen die knöchernen Nasenanteile und die innere Nasenscheidewand gelöst und in die neue Position gebracht werden, danach wird die Nase zwei Wochen geschient. Weitere Möglichkeiten sind die Verschmälerung einer zu breiten Nase, die Nasenscheidewandkorrektur (Septumplastik), die Verkleinerung der Nasenmuscheln, die Verkleinerung einer zu großen Nase und die technisch besonders schwierige Vergrößerung einer zu klein geratenen Nase. Häufig werden die verschiedenen Eingriffe auch kombiniert, um ein optimales Ergebnis zu erhalten.
Bei allen Eingriffen muss auch der Hauttyp beachtet werden. Sehr dicke Haut kann z.B. nach dem Eingriff nicht so gut schrumpfen, wodurch das Ergebnis beeinträchtigt werden kann. Nach dem Eingriff wird die Nase innen mit zwei Silikonfolien gestützt und eine äußere Schienung angebracht. Das Austamponieren der Nase ist nur in seltenen Fällen erforderlich.

Wann rät Ihnen der Arzt zu diesem Eingriff?

Ob Sie mit Ihrer Nasenform zufrieden sind oder eine Änderung wünschen, ist natürlich allein Ihre Entscheidung. Der Arzt kann hier nur als Berater fungieren und Ihnen die Möglichkeiten und Grenzen aufzeigen. Wenn die Nasenatmung - z.B. durch eine starke Verkrümmung der Nasenscheidewand - behindert ist, empfiehlt sich eine Korrektur möglicherweise auch aus medizinischen Gründen.

Welche Betäubungsmethode wird in der Regel angewandt?

Eine Nasenkorrektur wird ganz überwiegend in Vollnarkose vorgenommen. Nur in Ausnahmefällen ist eine örtliche Betäubung und gleichzeitigem Dämmerschlaf durch eine Beruhigungsspritze sinnvoll.

Wie lange dauert der Eingriff durchschnittlich?

Eine Nasenkorrektur dauert in der Regel ein bis zwei Stunden, bei sehr aufwendigen Eingriffen auch länger.

Wer ist eventuell nicht für diesen Eingriff geeignet?

Nasenkorrekturen empfehlen sich bei Jugendlichen erst am Ende der pubertären Wachstumsphase.
Vor dem eigentlichen Eingriff steht immer ein ausführliches Beratungsgespräch, bei dem der Arzt eventuell auch übertriebene und unrealistische Erwartungen etwas dämpft. Bei Personen, die sich von einem plastischen Eingriff eine positive Änderung ihres gesamten Lebens erhoffen, ist unter Umständen etwas Zurückhaltung geboten, da die Enttäuschung hier oft vorprogrammiert ist.
Ist bei Ihnen eine überschießende Narbenbildung oder Störungen der Wundheilung bekannt, sollte von plastischen Operationen abgesehen werden.
Da es sich in der Regel um reine „Schönheitsoperationen“ handelt, sollten Sie zum Zeitpunkt des Eingriffs vollkommen gesund sein, ansonsten muss die Operation verschoben werden.

Wie ist das Risiko einzuschätzen?

In der Hand des erfahrenen Facharztes ist die Korrektur der Nasenformein relativ risikoarmer Eingriff.
Trotzdem lassen sich Komplikationen wie bei jedem operativen Eingriff nicht völlig ausschließen. Über sehr seltene Komplikationen wie Hämatombildungen, Wund- und Knorpelinfektionen wird der Arzt Sie vor der Operation umfassend aufklären.

Die ersten zwei Tage nach einer Nasenkorrektur können dumpfe Kopfschmerzen auftreten, die sich meist mit einfachen Schmerzmitteln behandeln lassen. Geringe Blutungen aus der Nase sind an den ersten Tagen nach der Operation normal, genauso wie Schwellungen und Blutergüsse im Bereich von Nase und Gesicht.

Niemand kann Ihnen garantieren, dass die Nase nach der Operation wirklich die gewünschte Form hat. Das Ergebnis hängt nicht nur von der Operationstechnik, sondern auch von nicht beeinflussbaren Faktoren wie Schwellungsverhalten, Hautschrumpfung und Narbenbildung ab. So führt z.B. manchmal führt ein vermehrter Narbenzug zum Absinken der Nasenspitze mit einem ungünstigen Nasenprofil. Je nach Schwierigkeit der Operation werden bei 10 bis 30% der Patienten kleinere Nachkorrekturen nötig.

Wie soll man sich nach einer Nasekorrektur verhalten?

Nach einer Nasenkorrektur sollten Sie es einige Tage ruhig angehen lassen und ggf. die ersten Tage mit aufgerichtetem Oberkörper im Bett verbringen. Wahrscheinlich gibt Ihnen der Arzt Medikamente gegen Schmerzen und Schwellungen mit, die Sie nach Vorschrift einnehmen sollten. Eventuell entstehende Schwellungen sind häufig am 2. – 3. postoperativen Tag am größten, und nehmen danach kontinuierlich ab.
Falls eine Nasentamponade gelegt wurde,  wird diese am Tag nach der Operation entfernt, Schienen und Hautnähte nach etwa 5 bis 7 Tagen. Auch dann ist der Heilungsprozess aber noch nicht abgeschlossen. Bis das endgültige Resultat beurteilt werden kann, dauert es unter Umständen mehrere Monate.

Die operierte Nase ist in der ersten Zeit noch sehr empfindlich. Aus diesem Grund sollten Sie für 6-8 Wochen möglichst keine Brille tragen, und für 2-3 Monate auf Sport und starke körperliche Anstrengungen verzichten. Vermieden werden muss auch jedes Reiben und Anstoßen der Nase sowie Sauna- und Dampfbadbesuche und eine direkte Sonnenbestrahlung.

Wann findet in der Regel der nächste Arzttermin statt?

Noch am Tag des Eingriffs, wird Ihr Arzt Ihnen mitteilen, wann Sie zur nächsten Kontrolluntersuchung wiederkommen sollen. In Ihrem eigenen Interesse sollten Sie diesen Termin unbedingt einhalten.
Bei Fieber, starken Schmerzen oder Nachblutungen sollten Sie umgehend mit dem Arzt Kontakt aufnehmen.

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